ERSTE WERKE

Europas wilde Kornelkirsche.


Die Legende, das Holz, der Stock.

ZIEGENHAIN

Das kleine Dörfchen Ziegenhain (1) bei Jena auf Augenhöhe.
Es verlieh dem Ziegenhainer Mythos seinen Namen. Von hier aus machten sich die ersten Kornelstöcke auf den Weg in die Welt. Ganze Familien besserten so ihr Einkommen auf oder lebten davon. Auf Grund der zuverlässigen Haltbarkeit avangierte der Ziegenhainer Spazierstock zu einem Exportschlager. Obwohl in der Gegend reichlich vorhanden, wurden die rohen Äste bald weitläufig aufgekauft. Die steigende Nachfrage deckten Sammler aus dem nahen Bad Sulza und dem Kyffhäuser Gebiet ab.


Hier schnitten sich bis dato auch die verschiedensten Viehhirten ihre Arbeitsstäbe. In der Regel braucht Mann davon nur einen Einzigen. Er überlebt bei leichter Pflege gut mehrere Generationen. Die einmalige Haptik ähnelt dem des Elfenbeins. Doch auch zwei weitere Steckenpferde bewahrten so manchen Ziegenhainer Bewohner vor größeren Verlegenheiten. (2)

KORNELKIRSCHE

HANDWERK

Selbst wer seit Jahren Holzarbeiten gwohnt ist muss sich bei der Kornelkirsche völlig neu organisieren. Vergleichsweise ist das Verhältnis in etwa so wie die einfache Blechbearbeitung zu Edelstahl. Meiner erste Edelstahlschablone, ein Keiler für die Jagdsimulation, hat mehrere Bohrer gefressen. Schrottete meine einzige automatische Ahle zum hohnen und stumpfte mehrere Feilen ab. Beziehungsweise einige Feilen griffen erst gar nicht auf dem härterem Ausgangsmaterial. Statt zwei Stunden geplanter Bearbeitungszeit wurden es sechs. Trotzdem ... die Zeit verging wie im Fluge.

Jedes Handwerk muss erlernt werden, am besten durch ständige Wiederholung und dem sich vorantasten in der jeweiligen Materie. Es ist fasziniernd aus ....

ERSTE WERKE

EINE HOMAGE AN DEN PILGERSTOCK

Eine Homage an den Pilgerstock


Ein Geschenk für einen wirklich großen Freund der Kornelkirsche. Wir hatten irgendwann damit angefangen, uns gegenseitig kleine Aufmerksamkeiten zu senden.


Ein kleines Wettrüsten begann, über unsere Ländergrenzen hinaus. Wir hoffen innerlich und gegenseitig darauf, dass es dem Gegenüber die

Sprache verschlägt. Die Präsente wurden mit der Zeit größer und vor allem schwerwiegender. Dies ist

ein etwa 40 Jahre alter Ast von der Kornelkirsche.

Die Knoten wurden ein wenig hervorgehoben und

die Oberfläche mit Beize aus Walnussschalen aufgehübscht.

„Es hat einen Grund, man kann es nicht in Worte fassen. Nicht jeder vermag das nachzuempfinden und kann das verstehen.


Der Erhalt dieses Stockes, war eine sinnliche Bestimmung, voller Emotionen und Weichheit, dass ich ihn nicht mehr aus den Fingern legen wollte.


Das Abtasten des Holzes, der Struktur, die einzelnen Knoten, beschäftige einen bis in die Abendstunden. Einzigartig, den Stock mit den Fingern abzutasten, es ist ein wohltuendes  Erlebnis.


Ein lang gehegter Traum hat sich erfüllt und obwohl der Stock vor mir liegt, ist es immer noch etwas surreal!„

JO STAB


Dies ist der allererste Stock, den ich in dieser Qualität aus Spaß an der Sache gemacht hatte. Eine kleine Hommage an Ueshiba Morihei, dem Gründer des Aikido. Mir gefällt, dass diese Kampfkunst mit dem Anspruch wirbt, weder Verlierer noch Sieger zu produzieren. Der Stab liegt hier auf dem Kalksteingrund eines gerade trocken gefallenen Bachbettes. Ringsherum wachsen Kornelkirschen und liefern dem Wild jeden Herbst eine zuverlässige wie reiche Ernte.

ESKRIMA


Eine Kampfkunstfreundin bat um ein
Stockpärchen, für ihr Töchterchen. Also legte ich
mich ins Zeug. Letztendlich wurde daraus ein
drei paariges Überraschungspaket. Jeweils eines
für's Kind, der Mutter und dem Lebensgefährten.
Zum auseinanderhalten durchliefen die drei Sets verschiedene historische Doppel - Beiz - Verfahren. Unter BEIZEN sind einige Ergebnisse zu sehen und auch die Kurzbeschreibungen darunter.

PILGERSTAB


Gefertigt für die Wallfahrt nach Santiago de Compostela. Der ehemalige Nachbar konsultierte
mich nach über dreißig Jahren und fragte nach,
ob ich noch Stöcke mache. Mit dem Haken kann unterwegs Obst geerntet werden. Und zum
parkieren an der Garderobe ist der auch gut. Auf
eine Metallspitze wurde verzichtet, damit sie
auf der Straße nicht Nervenaufreibend klickt.
Da Kornelkirsche nun mal höchst schlagfest ist,
würde der Verschleißgrad, selbst beim
Dauergebrauch auf einem Straßenbelag, deutlich gering sein.

ZIEGENHAINER


Dieser Stab gehört zu den ersten Versuchen, diese hölzerne Fechtwaffe wieder zum Leben zu erwecken. Der Stock hier im Bild, sieht eher aus wie ein abgesägter Schäferstab. Sozusagen mit unverkennbarem "Stallgeruch" seines Erbauers. Dieser Ast war ausnahmsweise über einem Meter gerade gewachsen. Ein sogenannter gerader Schuss. Etwas sehr Seltenes bei den Kornelkirschen. Zumeist wachsen die Äste nach fünfzig Zentimetern völlig aus der Flucht. Seltene Ausnahmen bestätigen diese Regel.

RÜSTSTAB


Hier das Resultat einer Anfrage um einen unkaputtbaren Wander-Stab-Plus. Nicht besonders lang, rein puristisch. Der wirkt am Mann so, wie mal eben aus dem Busch geschnitten. Also ohne alles. Allerdings ist der fast zweimal so schwer wie es ein Hasel hergeben würde. Aus einer Ahnung heraus wurde dieser hochelastische Kornelkirschenast ins beiderseitige Gleichgewicht geschliffen. Nach späterem Gedankenaustausch, entpuppte sich der zukünftige Besitzer als ein hoch angesehener Sensei der speziellen Kampfkünste Okinawas ... wow.

RÜSTSTAB

WANDERSTAB


Vom grellen Sonnenlicht beleuchtet, ein durchgeknoteter Kornelstab. Ganz einfach gehalten. Ein paar Jahre abgelagert, im Dampf begradig, angeschliffen und geölt.


Probeweise mit einem gedrehtem Abschluss aus Aluminium. Das sehr leichte wie weiche Material hat die Eigenschaft nicht zu rutschen. Auf felsigem Untergrund vielleicht ein Vorteil.


Der Ort der nebenstehenden Aufnahme ist eine Kanzel der mittelalterlichen Jagdanlage Rieseneck bei Hummelshain. Einmal im Jahr wird der dortige Herzogstuhl geöffnet.


Wanderstab


Meinen herzlichen Dank an das Model. Die Örtlichkeiten wurden zum Zeitpunkt der Aufnahmen von Menschen förmlich überflutet. Diese betitelten Sarah bei Ankunft freundlich als Burgfräulein. Souverän und ungekünstelt meisterte sie als solche ihren Auftritt, als sei es das natürlichste auf dieser Welt. Für das erste Mal, Respekt.