Mondholz

21. Dez, 2021

Mondholz

Heute ist der einundzwanzigste März. Wintersonnenwende. Die Jahresuhr tickt und zeigt zum zwölften Mal im Jahr den Vollmond. Zeitgleich haben sich dem einige biologische Uhren angepasst. Jeder Mann kennt die besonderen Tage, in denen unsere Frauen höchst unpässlich sind. Etwa vierzehn Tage zuvor war der Eisprung. Vor der Regel passiert das in der Regel bei Vollmond. In eben diesen Nächten fanden unglaubliche Stelldicheins statt. Der Fruchtbarkeit wurde angemessen gehuldigt. Bei den indigen Völkern auch in großen Gruppen. Geheiligte Zeremonien.

Bohnen in Wasser gelegt, nehmen weniger Flüssigkeit in sich auf, wenn der Mond abnimmt. Oder ist es die Mondin ? Luna hört sich eher weiblich an. Wir können getrost davon ausgehen, dass die pflanzlichen Lebewesen des Waldes, ihr Lebenswasser, den Umständen entsprechend, analog in sich aufziehen. Laut Messungen mit dem Punk- Dendrometer pulsiert wachstumsunabhängig der Durchmesser eines Holzstammes. Simultan reagiert das Holz ebenso mit Zunahme wie das Licht des Mondes. Der Schwund stellt sich gleichfalls mit dem Abnehmen der Mondsichel ein. Wer unterwegs, sich unsicher ist und keinen Kalender dabei hat. Wenn am Firmament die Mondsichel Bildgleich mit einem kleinem a überschrieben werden kann, nimmt der Mond ab.

Der Erdtrabant bewegt die Gezeiten des Meeres. Um nur circa dreißig Zentimeter Meter schwankt so der Meeresspiegel auf den Weltmeeren. Dem Mond zugewendet, hebt sich diese Bugwelle ebenso energisch wie entgegengesetzt. Sozusagen losgelassen weil die meiste Anziehungskraft die Erde abfängt. Zwecks Verständnisses muss der Interessierte sich nur die Himmelsmechanik im erklärenden Modell ansehen. Bei den Bäumen sind die messbaren Ergebnisse allerdings nur in Micrometern ablesbar. Im Verhältnis zum Ozean ist dies nicht gerade wenig. Micrometer stehen auf unserem Rechensystem an dritter Stelle hinter dem Komma. Verursacht von der veränderlichen Gravitationskraft des Mondes. Und diese operiert ab der Basiseinheit mit einem beinahe Nichts. Mathematisch ab der fünften Kommastelle. Numerisch in Piko- und Femtogramm. Wer Transistoren verbaut, kennt diese zwei Rechengrößen.

Ferner konnte in Untersuchungsreihen festgestellt werden, dass Mondholz resistenter gegen Pilzsporen ist. Diverse Proben sollten Pilzen als Nahrungsunterlagen dienen. Diese Versuche wurden ziemlich oft wiederholt. Es gibt tausende davon. Nicht wenige Enthusiasten haben hunderte Bäume zu unterschiedlichsten Anlässen fällen lassen und untersucht. Zum Trotze, entgegen allen neuzeitlichen Einträgen, welche das empirische Wissen als Aberglauben zu diffamieren ersuchen.

Ich selbst habe das erste Mal gar wunderliches davon vernommen. Dass offene Kamine aus Mondholzbalken gefertigt wurden. Welche, die bei Befeuerung selbst nicht abbrennen. Nun das klingt wirklich etwas phantastisch. Energetisch vielleicht nur eine homöopathische Dosis. Bei Versuchen dazu konnte eine deutlich langsamere Abbrand - Geschwindigkeit festgestellt werden. Ich weiß aber von einem Mittel welches in Japan die Papierwände unbrennbar macht. Verkieselung durch Wasserglas wäre auch hier durchaus eine brauchbare Option.

Die Zellen vom Mondholz schrumpfen stärker und damit hat das Holz einen kleinen Dichtevorteil. Es heißt fünf bis sieben Prozent. Das bedeutet bei der Kornelkirsche, gegenüber anderen Hölzern insgesamt, einen erheblichen Enddichten-Vorsprung. Der hier grundsätzlich höhere Abstand zu halb so dichten Holz, wäre noch entfernter zu betrachten als untereinander. Dämpfen und polieren macht das Holz noch etwas unempfindlicher.

Vom signifikanten Wasserhaushalt einmal abgesehen. Zusätzlich hat das Winterholz gegenüber dem Sommerholz den Vorteil, dass alle Mineralstoffe im Holz gespeichert wurden. Die winzige Mengen, dem Laube entzogen, wurden reserviert für den nächsten Austrieb. Daher wurde technisch wertvolle Holzkohle für brisante Zwecke, dem völlig entgegen, nur vom voll entlaubten Sommerholze verkohlt. Das Treibpulver verbrannte mit weniger unverbrennbaren Rückstanden deutlich sauberer.

Wen es interessiert, der kann sich die neuzeitlichen Tabellen gewissenhaftester Nachforschungen reinziehen. Oft stehen unter den Spalten auch mehrsprachig, die überlieferten Holzfällerregeln. "Der Einschlag zur Christmesszeit zehnfach hält". Unsere Vorfahren haben sich die nicht ausgedacht. Sie mussten das Beste herausholen. Auch wenn es bedeutete bis in die besagten Nächte hinein das Holz zu schlagen. Instrumentenholz dieser Güteklasse ist nach wie vor einsehr begehrter Artikel. In diesen Zeiten verfällt chemisch verändert, das Zellwasser in einen Gallertartigen Starre -Zustand.

Wir können nachlesen, das selbst die Dauerhaftigkeit des Papyrus und anderen, einen Mondzusammenhang zur Folge haben kann. Die chemische Zusammensetzung verändert sich natürlich auch hier mit dem der Planetenstände. Bei den Palmblattbibliotheken wurde sehr bewusst geerntet. Vielleicht war das auch bei Dacheindeckungen der Fall. Eine zehnfache Haltbarkeit resultiert aus den Vollmondernten heraus. Hier geht es um den Einsatz von Laub zu jeweils einem wichtigem Zweck. Plus der Notwendigkeit, die mehr oder weniger zeitintensive Instandsetzung, diese Erhaltungsmaßnahmen, möglichst weit nach hinten hinauszuschieben.

Die nutzbaren Eigenschaften wie Festigkeit, Verwindungssteifigkeit und Elastizität, jedes Ticken mehr, da wo es am dauerhaftesten nützte, wäre gut für die Haltbarkeit des Stückchen Holz, was von je her Höchstbeanspruchungen ausgesetzt werden würde. Getriebe zum Beispiel. Einige funktionieren immer noch in Mühlen und Uhren. Im Skatmuseum zu Altenburg, hängt eine handgeschnitzte Bauernuhr. Dieses sehr einfach gehaltene Uhrwerk, seine Unruhe, zwei Perlen an eine Schnur, klickern kaum wahrnehmbar, weil länger als ein Dutzend Generationen.

Bis hierher ist es jedoch nur die einfache Untersuchungsversion. Empfindlichste Gemüter nehmen zudem auch andere Energien wahr. Wann welches Planetarische Tierkreiszeichen unseres Sonnensystems in Konjunktion oder Opposition gestanden steht. Und damit wären mit Sicherheit, noch einige Qualitäten mehr zu verzeichnen. Viel differenzierter als nur die, welche von Erde, Sonne und Mond zu verzeichnen sind. Weil alles was lebt und damit in Verbindung stehen soll wurden einst Astronomen zu wichtigen Entscheidungen befragt. Ein charismatischer Bio-Gärtner, in hohem Alter schon fast erblindet, ließt sich über seine Planetaren - Pflanzen - Wahrnehmungen aus, ohne dass er je berichtigt werden musste.

DAS Mondholzt wäre, so wird berichtet, grundsätzlich die Entnahme an den zwei Tagen nach Weihnachten. Spezielle Mondkalender diverser Holzinstitutionen halten die genauen Daten im Vorfeld fest. Für sich, ihre Kunschaft umd Interessierte. Ab der Tag und Nacht Gleiche, wenn der Mond abnimmt und die Tage wieder länger werden, beginnt die Schlagzeit. Und dies bis hin zum Neumond. Die Instrumentenbauer bevorzugen exakt die zwei Tage nach Weihnachten. Ich selbst nutzte und empfehle gern die Neumonde vom November bis Februar. Einmal, mehr im Notfall, holte ich ein Stück im März. Hier haben wir das Sternbild der Fische über uns, die bevorzugte Schalgzeit für, ich nenne es mal Brandschutzholz. Selbst meine Stücke aus dieser Zeit, sind bis heute Riss frei. Der Neumond steht hier genau zwischen der Sonne und uns auf der Erde. Die Nächte werden zu dieser Zeit Buchstäblich Stock-Finster. Das Synonym entsprang sicherlich den Pfaden dieser besonderen Materialbeschaffung. Wenn schon allein zu dieser mystischen Zeit unterwegs, ist eine gewisse Sicherheitsausrüstung Pflicht. Wohin die Nachtwanderung geplant ist, das Gebiet, darüber sollte mindestens eine zweite, Geländekundige Person informiert sein. Alles andere ist Lebensmüde.

Wer die ganze Messe für überflüssigen Humbug hält, erklärt damit alle Gesellschaftsführer zu Idioten, welche sich an ihren Höfen Astronomen leisteten und leisten. Beziehungsweise, erachtet alle militärischen Einsätze, welche allein den Zweck dienten, als erstes diese Kundigen des Gegners auszuschalten, als Unsinn. Im übrigen würde kein Asiate in einem Bürogebäude in Hong Kong arbeiten, was nicht nach den energetischen Regeln des Feng Shui erbaut worden wäre. Daran musste sich auch deutsche Baufirmen halten. Doch das nur mal so am Rande.

Technisch stelle ich die hochwertigste Ästchen unauffällig wieder in den Strauch. Zuvor wurden allerdings die Schnittstellen etwas mit dem Boden vor Ort versiegelt. Der Behang bleibt völlig erhalten. Im April bis Mai, sobald die Tage warm werden, wird nachgeschaut. Die ausgetriebenen Blüten und Blattsprossen haben bis dahin schon sehr viel Saft aus dem Holz herausgezogen. Sozusagen eine Vorarbeit der Natur. Sobald Blüten und Triebsprossen verdorrt sind hole ich so ein wertvolles Stück nach Hause.